{"id":309,"date":"2010-08-20T08:26:09","date_gmt":"2010-08-20T07:26:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.philipp-zaiser.de\/?p=309"},"modified":"2010-08-20T08:26:09","modified_gmt":"2010-08-20T07:26:09","slug":"von-google-das-eigentlich-helfen-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/phil.tannich.de\/?p=309","title":{"rendered":"Von Google, das eigentlich helfen will"},"content":{"rendered":"<p>Ich hatte <a href=\"http:\/\/www.philipp-zaiser.de\/2010\/04\/dont-be-evil\/\">schonmal einen Artikel<\/a> zu Google geschrieben, damals auch das Thema Street View angeschnitten, aber zur aktuellen Lage und was Google dabei vor hat, will ich doch nochmal das Ganze aufgreifen.<\/p>\n<p>Viele beschweren sich dar\u00fcber, dass Google ihnen ihre Privatsph\u00e4re stiehlt. Doch dabei sollten sie sich erstmal \u00fcberlegen, was sie so alles ins Internet stellen, aber das ist eine andere Baustelle. In den USA ist Street View schon aktiv und befreut viele User. <!--more-->So muss ich aus Deutschland z.B. keinen Flug buchen, mir ein teures Hotel suchen um dann durch die \u00fcberf\u00fcllte Gro\u00dfstadt zu gehen. Klar. Der reale Rundgang ist um einiges besser als der virtuelle. Man kann sich alles real anschauen und wahrscheinlich sieht es jetzt auch schon wieder anders aus, als damals, als die Aufnahme gemacht wurde. Aber f\u00fcr die, die wenig Zeit und\/oder wenig Geld haben f\u00fcr so eine Reise, die k\u00f6nnen sich mal kurz nach Paris teleportieren und einen Rundgang um den Eifelturm machen. Einfacher geht es doch gar nicht!<\/p>\n<p>Und jetzt zu\u00a0uns Deutschen. Auf Twitter wird die Angst um das Projekt schon mit <a href=\"http:\/\/twitter.com\/#search?q=%23germanangst\" target=\"_blank\">#germanangst<\/a> betitelt. Also entweder haben die Deutschen mehr zu verbergen als die Amerikaner oder sie sind zu pessimistisch dem ganzen gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>In Deutschland gilt die Panoramafreiheit und jeder darf von jedem Geb\u00e4ude Bilder machen. Sofern er keine technischen Hilfsmittel benutzt. D.h. der Fotograph (nat\u00fcrlich auch die Fotographin) muss von ihrem eigenen Platz aus Bilder machen. Dabei darf sie z.B. nicht auf einen Baum klettern, eine Leiter besteigen oder in ein Geb\u00e4ude gehen und ein h\u00f6heres Stockwerk betreten um das andere Geb\u00e4ude abzulichten. Das einzigste, wo der\/die FotographIn darauf achten muss, ist nur eine Person auf einem Bild zu sehen, muss er\/sie beim Ver\u00f6ffentlichen des Bildes die Genehmigung der abgelichteten Person einholen. Bei Gruppen, \u00f6ffentlichen Veranstaltungen oder befindet sich die Person zuf\u00e4llig beim Bet\u00e4tigen des Ausl\u00f6sers im Blickfeld eines Geb\u00e4udes, greift der Schutz am eigenen Bild nicht.<\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt, der ansich zwar verst\u00e4ndlich gegen Street View klingt, aber leider immer wieder falsch aufgenommen und weiter gegeben wird: Google sammelte beim Fotographieren Daten von OFFENEN WLANs. D.h. wer einen WLAN-Router zu Hause besitzt und nichtmal eine WEP-Verschl\u00fcsselung angeschalten hat, bei dem scannte Google beim vorbeifahren f\u00fcr den Bruchteil einer Sekunde Daten des Netzwerkverkehrs mit (jetzt aber auch nicht mehr). Dabei kann es leider auch zum Mitlesen von E-Mails kommen. Jetzt muss man aber zwei Mal \u00fcber die Sache nachdenken und kommt dabei wieder auf das <a href=\"http:\/\/juris.bundesgerichtshof.de\/cgi-bin\/rechtsprechung\/document.py?Gericht=bgh&amp;Art=en&amp;Datum=Aktuell&amp;Sort=12288&amp;anz=638&amp;pos=4&amp;nr=51934&amp;linked=pm&amp;Blank=1\" target=\"_blank\">Urteil des Bundesgerichtshofes<\/a> zur\u00fcck. Dabei hei\u00dft es, dass, wenn eine Schandtat \u00fcber ein unverschl\u00fcsseltes WLAN begangen wird, der Betreiber des WLANs kein Schadensersatz erh\u00e4lt, weil er beweisen muss, dass er es nicht war, sondern darf gleich mal 100 Euro Strafe zahlen, da er ein offenes WLAN betreibt. An Googles Stelle w\u00fcrde ich dem BGH alle offenen WLANs auf einer Liste zuschicken, mit den GEO-Daten um die Anwender anzuzeigen. Es meckern n\u00e4mlich genau immer die, die keine Ahnung von Technik haben und deshalb auch noch ein offenes WLAN betreiben. Wobei aber die neuen Router schon von Haus aus eine Verschl\u00fcsselung aktiviert haben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/twitter.com\/jensbest\" target=\"_blank\">Jens Best<\/a> startet eine <a href=\"http:\/\/streetview.mixxt.de\/\" target=\"_blank\">Initiative gegen die Gegner von Street View<\/a>. Sein Ziel ist es, durch alle St\u00e4dte (vorerst sind es eh nur 20 in Deutschland) zu ziehen und alle H\u00e4user, die in Street View verpixelt dargestellt werden, erneut mit den GEO-Daten zu fotographieren und diese dann bei Google Maps zu verlinken. Ich bin mal gespannt was dabei raus kommt und wie viele Klagen er bekommt. Theoretisch d\u00fcrfte ihm eigentlich nichts passieren, aber wir wissen ja, wie das mit der Rechtssprechung ist. Dann kommt wieder jemand, der irgendwo einen klitze kleinen Fehler in der Bearbeitung von Jens Best findet und schwubb di wubb ist das ganze Projekt gekippt. Er fotographiert mit seiner eigenen Kamera von der Stra\u00dfe aus. Nicht mal in 2,90 Meter H\u00f6he wie die Fotow\u00e4gen von Google und stellt die Bilder als Privatmann ins Netz. Was kann da noch schief gehen? Wir werden es (hoffentlich nicht) sehen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn Street View nach Deutschland kommt und jeder, der das nicht will, soll halt sein Haus verpixeln lassen. Tun kann er das nat\u00fcrlich <a href=\"http:\/\/maps.google.de\/intl\/de\/help\/maps\/streetview\/\" target=\"_blank\">online oder per Post<\/a>. Aber irgendwie erinnert mich das Verpixeln an das <a href=\"http:\/\/www.dickes-en.de\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/zensursula_stop.jpg\" target=\"_blank\">Stop-Schild<\/a>&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte schonmal einen Artikel zu Google geschrieben, damals auch das Thema Street View angeschnitten, aber zur aktuellen Lage und was Google dabei vor hat, will ich doch nochmal das Ganze aufgreifen. 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