Sind wir schon so weit?

Gestern habe ich in einer Anzeige gelesen, in der jemand für seine „arme Schwester“ ein iPhone sucht (es handelt sich um einen geschützten Flohmarkt, daher im Auftrag). Es ist nicht wichtig, ob es ein „3er“ oder ein „4er“ ist. Hauptsache es ist billig.

 

Schön wenn sie eins findet, ich war Jahre lang glücklich mit meinem. Es ist ein gutes Gerät und von der Handhabung und der Steuerung einfach super. Aber so ein Gerät kostet eben auch seinen Preis. Und wenn man ein komplett neues möchte, dann sind da schon mehrere hundert Euro dazu notwendig. Plus dann auch noch die Kosten für einen Handytarif mit Internetflat, man möchte ja auch außerhalb des WLAN-Bereichs immer up-to-date sein!

 

Ich weiß jetzt nicht, wie alt die Schwester ist und ob sie schon selbst Geld verdient, aber gerade wenn sie kein eigenes bezieht, finde ich es komisch, dass es dann gerade ein iPhone sein muss. Es gibt so viele Handys und Smartphones, die genau so gut und in der Anschaffung erheblich billiger sind. Die laufenden Kosten hängen ja immer von der Nutzung ab. Vor allem als Nicht-verdiener sind es Kosten, die irgendwie gedeckt werden müssen.

 

Was also könnte sich die arme Schwester von dem iPhone erhoffen? Geht es um die Musik? Warum dann keinen iPod touch? WLAN kann er ja auch. Warum kein Android-Gerät? Da hätte sie auch eine größere Auswahl an Geräten. Oder ist es die Form? Klein und handlich? Zum Filme schauen würde sich dann aber eher ein Smartphone mit größerem Display eignen. Ist es das Logo auf der Rückseite um in der Clique zu sagen, hey, ich bin jetzt auch einer von euch, ich hab nun auch ein iPhone!!! Oder haben alle in der Familie schon eins nur sie noch nicht? Das konnte ich noch nicht herausfinden.

 

Als das iPhone vor fünf Jahren erschien, war ich hin und her gerissen. Es war eine (fast) komplette Weltneuheit. So kam es jedenfalls rüber. Smartphones gab es zwar schon davor, keins aber so gut zu verstehen und so einfach zu bedienen. Die Preise haben aber (vorerst) den Kreis der Käufer eingeschränkt. Doch da jedes Jahr ein neues iPhone raus kommt und natürlich viele immer das neuste haben müssen, verscherbeln sie ihr „altes“ Gerät an Freunde. Im Schrank nützt es ja nichts und so kommt auch wieder Geld rein. Subventioniert über Handyverträge bekommt man es teils auch schon für Umme.
Dass es einfach zu erwerben ist fällt mir immer wieder morgens in der U-Bahn auf. Heranwachsende Jugendliche mit den teuersten Handys. Die Eltern zahlen es ja, denn das Kind soll ja erreichbar sein. Für den Notfall! Dann aber auch gleich ein tolles, neues Smartphone, damit er es auch immer dabei hat. So ein einfaches Teil würde das Kind ja nur daheim lassen wenn es nichts damit anfangen kann.

 

Sind wir also schon an diesem Punkt angekommen, an dem jeder ein iPhone oder ein iPad besitzen muss? Ist es denn wichtig, dass es ein iPhone ist?

 

Vielleicht frage ich sie mal das alles.

2 Gedanken zu „Sind wir schon so weit?

  1. Also ich hab ein billiges Android-Gerät (ZTE iwas^^) und komm gut klar. Ja, es ist halt bisschen langsamer, eine neue SD bräuchte ich auch – aber Internet, Nachrichten, Wetter, ToDoListe und einige Spielereien funktionieren ja doch 😉 Für Musik hab ich allerdings einen iPod – den ich zufällig gewonnen hab. Sonst müsste ich vll doch in eine neue SD-Karte investieren 😉
    Nein, man braucht kein iPhone um Leben zu können. 😉

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