Es bleibt mein WLAN

Neulich habe ich einen interessanten Artikel bei Troy Hunt gelesen: „No, you can’t join my wifi network„. Der Autor beschreibt unterschiedliche Gespräche mit Freunden und der Familie, die alle ein privates WLAN nutzen möchten um mit ihrem Device ins Internet zu kommen. Seine Schlussfolgerung ist, dass die heutigen Mobilen Datenverbindungen bereits so gut sind (LTE), dass gar kein WLAN mehr genutzt werden muss. Dem stimme ich auf der einen Seite auch zu. Dagegen spricht für mich aber die Volumengrenze, nach der meine Surfgeschwindigkeit so dramatisch gesenkt wird, dass manche Webseiten gar nicht mehr aufgerufen werden können. Klar, früher war mit ISDN die Geschwindigkeit noch viel geringer, damals waren die Webseiten aber auch nicht mit so viel (nutzlosem) Zeugs bestückt, das alles geladen werden muss!

Die Sache mit dem zur Verfügung stellen

Was passiert nun also alles wenn man ein WLAN seinen Freunden/der Familie frei gibt? Das gleiche, wie wenn man es selbst nutzt: Man hat Zugriff auf alle Geräte im Netz. Super! Und super creepy!

Heutzutage versucht ja jedes Gerät im WLAN zu kommunizieren. Sei es der Computer, das Smartphone, das NAS, der Fernseher, die Musikanlage und mittlerweile auch schon Kaffeebecher. Man stelle sich nun vor, jede*r im selbigen Netz hat nun Zugriff darauf. Möchte man das? Also ich ja nicht!

Teilweise bieten WLAN Router bereits die Möglichkeit, ein Gast-WLAN einzurichten. Damit ist dann zumindest das Gast-Netz vom Heim-Netz getrennt. Private Geräte können also weiterhin untereinander kommunizieren und Freunde/die Familie kann sich dann im Gast-Netz austoben.

Dann bleibt aber noch die Störerhaftung. Heißt, dass der Besitzer des Internetzugangs für alle Aktivitäten, die ihre Gäste machen, verantwortlich ist. Heißt also, wenn jemand zB bei einem übernachtet und einen illegalen Torrent runterlädt, der von den Rechteinhaber abgefangen und zurückverfolgt wird, kann es sein, dass bald eine Unterlassungserklärung bei einem daheim einflattert, ohne dass man etwas dazu weiß. Mit der richtigen Anwaltskanzlei kann man sich da sicher wieder aus der Klemme bringen. Das kostet aber Zeit und, sofern keine Rechtsschutzversicherung vorhanden ist, Geld.

Warum also das Risiko aufnehmen, wenn es auch einfacher und kostengünstiger geht!

Was also tun

Alle Gäste aussperren? Dann kann man aber später auch nicht bei den anderen erwarten, deren WLAN nutzen zu dürfen! Für den kleinen Geldbeutel gibt es unterschiedliche Ansätze. Zum einen kann man sich aus einem Raspberry Pi einen „Onion-Touter“, der den ganzen Verkehr durch das Tor-Netzwerk schleust, bauen, wie zB den SpOnionPi. Oder man kauft sich, wie zB ich, einen speziellen Router und installiert dort die Freifunk-Firmware. Beides mal erhält man ein zweites WLAN, das man anderen zur Verfügung stellen kann und das den Internetverkehr soweit verschlüsselt, damit die Unterlassungserklärungen später nicht bei einem daheim eintrudeln.

 

Wer es auf die alte Art versuchen möchte, kann auch Nutzungsvereinbarungen abschließen, MAC-Adressen notieren und wenn Post kommt, diese gleich weiterleiten an die betroffene Person.

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