Datenschutz und so

Der ein oder andere hat sicher letztens in der neuen ZDF Zoom Sendung den Beitrag zu „Hilfe, ich bin nackt“ gesehen. Ich würde euch ja gerne den Link dazu zeigen, aber ihr wisst ja, öffentlich-rechtlich und so, also nur sieben Tage im Internet zu sehen. Daher verweise ich lieber auf den Podcast-Channel, z.B. bei iTunes. Einfach nach ZDF Zoom suchen und ihr könnt euch den fast 30 Minuten langen Beitrag anschauen.

Zusammengefasst: In dem Beitrag geht es darum, wie freizügig wir uns im Internet bewegen. Angefangen bei Facebook. 20 Millionen deutsche User gibt es mitlerweile, also jeder vierte im Bunde ist angemeldet. Ob er nun aktiv oder passiv das virtuelle Leben betreibt, sei dahingestellt. Wichtig war es der Redakteurin zu zeigen, wie die User mit ihrer Privatsphäre umgehen. Bilder der letzten Party sind keine Seltenheit mehr. Betrunkene Menschen gehören demnach der Tagesordnung an. Doch was kann man mit legalen Mitteln alles mit nur einem Namen herausfinden?

Als Versuchsperson durchleuchteten sie einen neuen Facebookfreund von Sabrina Hermsen. Thomas Praus war dann auch schon schnell ausfindig gemacht. Selbst brachte er am gleichen Tag, außerhalb der Sendung, noch einen Blogartikel online, in dem er das Thema nochmal ansprach; aus seiner Sichtweise.
Hendrick Speck, der digitale Profiler, durchleuchtete nun die Testperson und stellte alle Informationen, die er herausfinden konnte, offline, wie in einem Kriminalfall, mit Karten und ausgedruckten Bildern, an einer Wand dar. Von Thomas Adresse, die eben jeder Betreiber einer Internetseite angeben muss (auch ich) über seine Hobbies, sein genaues Geburtsdatum bis hin zu Bildern seiner Eltern; alles im Internet legal abrufbar.

Gegen Ende der Sendung wurde er dann auch informiert, was alles über ihn gefunden wurde. Ich fande es echt positiv, wie er damit umging. Kein „Oh, wo habt ihr das alles her?“, sondern „Ja, das weiß ich, das habe ich alles online gestellt!“. Als Internetnutzer, und das brachte Sascha Lobo mal sehr genau auf den Punkt, muss man sich dessen bewusst sein, alles was man hochlädt, sei es eine Textnachricht oder ein Bild, sollte so formuliert sein, dass es auch auf der Titelseite einer Tageszeitung gedruckt stehen könnte.

Vor ein paar Monaten habe ich schon einmal einen Beitrag über Datenschutz geschrieben. Und auch heute appelliere ich wieder: Wer „dabei“ sein möchte, aber Angst um seine Daten hat, der kann sich das Ganze auch erst einmal mit einem Testaccount anschauen. Eine neue E-Mailadresse bekommt man überall und auch kostenlos. Hat man sich dann mit allen Datenschutzeinstellungen ausgiebig beschäftigt, kann man sich erneut anmelden, oder man stellt den Testzugang als vollwertigen Account um. Des Weiteren gibt es auch schon viele Tipps im Internet, wie man sich am besten vor der eigenen Entblößung schützen kann. Die Suchmaschine deines Vertrauens hilft dir da sicher weiter!

Als großes Problem sehe ich aber noch in der jüngeren Generation an. Wie früher z.B. mit Markenklamotten, gehört man heute nicht zur Gruppe, wenn kein bestimmter Account in einem Social Network vorhanden ist. Terminabsprachen, Treffen, Diskussionen, alles wird meist nur noch online abgesprochen.
Um aber auf das eigentliche Problem zurück zu kommen: Setzt mal einen 13 jährigen vor die Datenschutzeinstellungen von Facebook und sagt ihm, er soll binnen einer Stunde sein Profil so abschotten, dass die Informationen nur seine Freunde sehen können, alle anderen Besucher aber nicht. Man wird höchstwahrscheinlich mit großen fragenden Augen angeschaut. Auch wenn seitens Facebook schon vieles einfacher wurde, für die Neuankömmlinge ist es trotzdem noch viel zu viel und zu missverständlich! Und dann kommt noch hinzu: Wer möchte sich schon im Datenschutzdschungel rumdrücken, wenn es auf der Startseite so viel Neues zu entdecken gibt, Freundschaftsanträge bestätigt und die neuen Bilder noch schnell online gestellt werden müssen.

Wer aber auf Nummer sicher gehen möchte und wissen will, was man über einen im Internet finden könnte; nichts leichter als das: Egosurfing. Den eigenen Name in einer Suchmaschine eingeben und die Resultate durchforsten. Wem Google zu viel ausspuckt, ist vielleicht mit 123People oder Yasni besser beraten.

Abschließend noch ein Zitat von Lutz Zacharias vom Standesamt Köln: „Das Internet ist ein rechtsfreier Raum – das weiß auch jeder, der mit dem Internet zu tun hat!“

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