Elternzeit und Frauenquote

Sie haben das Potential und doch sind nur 3,2% der Führungspositionen in den 100 größten deutschen Unternehmen von Frauen besetzt. Jetzt soll die Frauenquote „Abhilfe“ schaffen. Der Ansatz ist ein 30-prozentiger Frauenanteil am Vorstand. Es sind allerdings gewisse Nachteile bei diesem Vorhaben zu beachten.

Früher gab es die, wie ich sie jetzt einmal salopp nenne, Geschlechtertrennung. Frauen blieben nach der Schule, wobei sie zumeist kein Gymnasium besuchen durften, zuhause, um sich um die Familie und den Haushalt zu kümmern. Der Mann ging arbeiten und brachte das Geld nach Hause. Doch das hat sich nun geändert. Immer mehr qualifizierte Frauen machen das Abitur und gehen studieren, bleiben dann aber auf einer ihrer Qualifikation nicht entsprechenden Stelle „sitzen“. Der ein oder andere Mann wird nun sagen: selbst Schuld. Hätte sie sich nur mehr um ihren beruflichen Aufstieg gekümmert, wäre sie nun auch weiter oben. Leider, und das bestätigt auch Bascha Mika, ehemalige Chefredakteurin der „taz“, liegt Mann mit dieser Ansicht bei einigen wenigen Frauen richtig. Sie meint, die sogenannten „Latte-macchiato-Mütter“ nutzen die Möglichkeit der Teilzeitarbeit, um nicht so viel arbeiten zu müssen. Dass das aber nur auf einen Bruchteil der Frauen zutrifft, ist selbstverständlich! Daher finde ich es ermutigend, dass schon 51 % der Hochschulabsolventen weiblich sind und würde es auch begrüßen, dass sie ihre Leistung und Qualifikation im Beruf zeigen können.

„Sehr geehrte Quotenfrau“

Wäre ich eine Frau, hätte ich etwas dagegen, als „Quotenfrau“ bezeichnet zu werden. Ich störe mich an diesem Begriff, weil er mir abfällig erscheint. Denn ich finde es nicht sinnvoll, dass unter Zwang pauschal ausgewogene Geschlechterverhältnisse hergestellt werden sollen. Es erscheint mir, wenn ich versuche, mich in eine Frau hineinzuversetzen, viel einleuchtender, lieber etwas länger für das Erklimmen der Karriereleiter zu brauchen, dies aber aus eigener Kraft zu schaffen, als „einfach nur wegen der Quote“ im Vorstand zu landen.

Elternzeit für alle

Meiner Ansicht nach erübrigt die neue Elternzeit, die es auch Vätern ermöglicht, in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder, die Erziehungs- und Haushaltsaufgaben zu übernehmen, zu einem gewissen Grad die Frauenquote. Denn dadurch können Frauen wieder früher ihren Beruf ausüben und werden nicht mehr in die Rolle der Hausfrau und Mutter gezwängt. Durch diese Erleichterung der familiären Aufgabenteilung können Frauen sich aus eigenem Antrieb für ihre Karriere einsetzen. Dadurch wird ein zwanghafter Frauenanteil in Vorständen überflüssig und diejenigen Frauen, die dann Führungspositionen bekleiden, sind im Gegensatz zu den oft belächelten „Quotenfrauen“ auch wirklich anerkannt.

Wie geht es weiter?

Kommt nun die Frauenquote oder nicht? Ich bin gespannt. Susanne Beyer und Claudia Voigt vom Spiegel haben zumindest nichts gegen den Titel „Quotenfrau“, wie sie im Artikel zum Titelthema des Spiegel#5 „Warum Deutschland die Frauenquote braucht“ schreiben.
Ich wäre dafür, dass sich mehr Männer für die Erziehung ihrer Kinder interessieren und sich die Zeit nehmen, die ihnen zusteht, um auch ihren Frauen – ohne die Quoten-Krücke – eine Karriere zu ermöglichen.

Frauen gehören in die Chefetage wie die Sahne auf den Kuchen:
Gleichberechtigung – Ja! Aber bitte durchdacht und nicht, „dass da halt auch jemand Weibliches dabei ist“!

Was haltet ihr von der Frauenquote?
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